Lotto Geschichte
Vor 2000 Jahren in China…
Lotto spielen ist eine Leidenschaft der Menschen. Nicht erst in der Neuzeit hoffen die Menschen auf das große Glück durch den kleinen Einsatz, die Geschichte des Glücksspiels begann vielmehr vor über 2000 Jahren in China. Das weiße Taubenspiel ähnelte der Keno-Lotterie, es wurde allerdings nicht auf Ziffern gesetzt. Sondern die ersten 120 Symbole eines chinesischen Gedichtes waren für das Spielglück zuständig, und das so erfolgreich, dass eingenommene Summen beim Bau der Chinesischen Mauer halfen.
Von China brachten chinesische Eisenbahnarbeiter das Spiel im 19. Jahrhundert nach Nordamerika, dort hatte es zunächst unter der Bezeichnung Chinesische Lotterie Erfolg. Anfangs illegalen Erfolg, denn erst 1931 war es in Amerika nicht mehr verboten, mit dem Glück zu spielen. Die chinesische Lotterie, später in Keno umbenannt, wird seitdem in Amerika erfolgreich gespielt, er in der Neuzeit kam Keno auch nach Deutschland.
In der Keno genannten Variante des Lotto entscheidet der Spieler über das eingesetzte Geld, die Spielzeit und die Anzahl der gesetzten Zahlen. Begonnen wurde 2004 in Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz, inzwischen wird das Spiel in 15 Bundesländern angeboten.
14 Jahrhundert in Europa…
In Europa gibt es seit dem 14. Jahrhundert Glücksspiele, die nach dem Prinzip der Lotterie aufgebaut waren. Der erste Nachweis, der als Ziehung von Lottozahlen eingeordnet wird, ist auf das Jahr 1445 datiert. Italien war der Vorreiter, das erste Zahlenlotto, wie wir es kennen, entwickelte sich wohl in Genua aus einem Losspiel um die Senatorenwahl. Im Seminario genannten Spiel wurden dann bald 5 aus 120 Zahlen gespielt, die erste gesicherte Überlieferung ist von 1643. Es folgten Mailand, Rom und Neapel; auch wenn sich Neapel gerne als Stadt des Lotto schlechthin präsentiert, fand hier die erste überlieferte Ziehung erst 1682 statt. Parallele Entwicklungen gab es in England, aus dem eine öffentliche Ziehung von 1569 in Legenden überliefert ist, auch in Holland sind aus dieser Zeit Anfänge des Lotto übermittelt.
Das entscheidende Merkmal ist, dass der Spieler die Zahlen selbst wählt. Damit dieses Spiel für beide Seiten erfolgreich betrieben werden kann, muss es gut organisiert werden. Nur das richtige Verhältnis von Einzahlung und Auszahlung macht es möglich, viele unbedeutende Summen zum großen Gewinn zu konzentrieren.
Lotto in Deutschland…
In Deutschland entwickelte sich das Glückspiel ähnlich, und zwar über verschiedene Formen von Einsatzspielen, die auf Jahrmärkten angeboten wurden. Die Kirche und der Staat erkannten die Chancen, die das Glücksspiel bot, schon damals wurden aus den Einnahmen zahlreiche Vorhaben finanziert.
Die Frühform des Lotto half beim Aufbau nach Brandkatastrophen, füllte leere Staatssäckel oder stellte Mittel zur Verfügung, um prächtige Schlösser zu bauen. Zuerst wurde in Bayern 1735 ein staatliches Zahlenlotto eingeführt, Kurfürst Karl Albrecht von Bayern ahnte, dass das Glückspiel ein taugliches Mittel zur Behebung seiner Finanzprobleme sein könnte.
Auf diese Art wurden arme Bevölkerungsschichten häufig um ihr letztes Geld gebracht, besonders als sich das Lottospiel in weiten Landesteilen zur Leidenschaft entwickelte. Die damaligen Gesellschaftskritiker (Teile der Kirche, durch die Aufklärung beeinflusste Rationalisten) sparten nicht an Missbilligung für die dem Staat so einträgliche Einnahmequelle. Es ging die Parole um, dass den Armen das Geld aus der Tasche gezogen werde, um den Regierungen den Luxus zu bezahlen.
Diese Stimmen blieben nicht ohne Widerhall, 1862 wurde das Zahlenlotto in Deutschland verboten. Lange Jahre war das Glücksspiel nur noch über Lotterien im Ausland möglich, dadurch wurden die Portemonnaies der Arbeiter geschont, die zu diesen Lotterien nur sehr schwer Zugang hatten.
Die Klassenlotterie…
Parallel dazu entwickelte sich die Klassenlotterie, die von Anfang als Lotterien für die Armen gedacht und auch verwendet wurden. Hier wurden in einer Lotterie mehrere Ziehungen veranstaltet, um die Einnahmen für die gemeinnützigen Zwecke für eine längere Zeit zu sichern. Dadurch wurde das Erfordernis der Genehmigung umgangen, die mehrere Jahre auf sich warten lassen konnte. 1697 entstand in Leipzig die erste Klassenlotterie, Hamburg und Preußen folgten im 18. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts gab es 7 Klassenlotterien im Reichsgebiet, die miteinander in Konkurrenz standen. Die Nationalsozialisten fassten diese in der Deutschen Reichslotterie zusammen, 1947 und 1948 entstanden daraus die Süddeutsche und die Nordwestdeutsche Klassenlotterie.
Diese Versuche, die Klassenlotterien nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu beleben, stießen zunächst auf wenig Interesse. So entschlossen sich die Länder in den Anfängen der 1950er Jahre, das Zahlenlotto wieder aufleben zu lassen. Als im Oktober 1955 ein Waisenkind die ersten sechs Gewinnzahlen zog, machte das neue Lotto schnell landesweit von sich reden. Das wurde unterstützt durch das Fernsehen, das seit 1956 in Deutschland die Ziehung der Lottozahlen in immer mehr Wohnzimmer bringt. Es ist nachgewiesen, dass die Lottofee neben dem Fußball die größten Emotionen in den Menschen vor dem Bildschirm auslöst.
Begonnen mit einer viertel Million Spieler und einer halben Million Umsatz, wurde schon 1959 eine Milliarde Jahresumsatz erreicht. Kurz vor der Jahrtausendwende wurden dann im noch nicht lange wiedervereinten Deutschland erstmals unglaubliche 10 Milliarden umgesetzt. Seitdem machen wirtschaftlich nicht gerade rosige Zeiten die Umsätze wieder rückläufig, der durchschnittliche Umsatz liegt heute bei etwa 5 Milliarden. Um die 1.500 Spieler wurden übrigens seit Beginn des Lottos in der Bundesrepublik durch das Spiel zum Millionär.
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